Ergänzende körpertherapeutische Verfahren
Ergänzende körpertherapeutische Verfahren nutze ich, um osteopathische, neurointegrative und chiropraktische Behandlungen sinnvoll zu unterstützen. Sie helfen dabei, myofasziale Spannungsmuster zu beeinflussen, segmentale Zusammenhänge zu berücksichtigen und dem Nervensystem zusätzliche, gut dosierte Reize für Regulation und Anpassung anzubieten.
Welche Methode im Rahmen des Behandlungskonzepts sinnvoll ist, ergibt sich aus der Anamnese, dem Befund und der aktuellen Reaktionslage des jeweiligen Systems.
Medizinische Massage mit Triggerpunktbehandlung
Die medizinische Massage umfasst gezielte manuelle Techniken an Muskulatur, Faszien und Bindegewebe. Dabei kann sie Spannungszustände im Gewebe regulieren sowie Durchblutung und Gewebestoffwechsel fördern.
Ein wichtiger Bestandteil kann die Triggerpunktbehandlung sein. Dabei spreche ich lokal überlastete und verhärtete Muskelareale gezielt an, ebenso wie deren typische Ausstrahlungsmuster. Triggerpunkte werden in der Fachliteratur als relevante Ursache myofaszialer Beschwerden beschrieben, während manuelle Druck- und Release-Techniken als etablierte Behandlungsansätze gelten.
In der Praxis kann dies helfen, Schutzspannungen zu reduzieren, Bewegungsabläufe zu erleichtern und den Körper empfänglicher für weitere therapeutische Impulse zu machen, etwa aus der Osteopathie oder der Neurointegrativen Therapie.
Ohrakupunktur
Bei der Ohrakupunktur setzt der Therapeut sehr feine Nadeln an definierte Punkte des Ohres. Das Ohr gilt als Reflexsystem, über das sich funktionelle Zusammenhänge im gesamten Körper ansprechen lassen.
Ein gut untersuchter Aspekt ist die Nähe bestimmter Ohrareale zur Innervation durch den Vagusnerv. Reize am Ohr können deshalb Einfluss auf die Regulation des autonomen Nervensystems nehmen und zur Entspannung beitragen.
Ohrakupunktur kann unterstützend eingesetzt werden, wenn es darum geht, vegetative Balance zu fördern, Stress- und Spannungsmuster zu modulieren oder Regulationsprozesse im Gesamtsystem anzuregen. Sie lässt sich zudem sehr gut mit körpertherapeutischen Verfahren kombinieren, da sie häufig regulativ im Hintergrund wirkt und den Körper nicht überfordert.
Schröpfen mit segmentalem Fokus
Beim Schröpfen wird mithilfe von Schröpfgläsern ein Unterdruck erzeugt, der auf Haut, Unterhaut und fasziale Schichten einwirkt. Dadurch kann der Therapeut die lokale Durchblutung und den Gewebestoffwechsel anregen. Schröpfen wird in verschiedenen Übersichtsarbeiten vor allem im Zusammenhang mit Spannungs- und Schmerzzuständen beschrieben.
Diese Therapieform wirkt in der segmentalen Betrachtung auch über reflektorische Zusammenhänge. Haut, Muskulatur, Nerven und innere Organe sind entwicklungsbiologisch und neurophysiologisch über gemeinsame Segmente miteinander verbunden.
In meiner Arbeit schröpfe ich daher nicht nur lokal am Beschwerdepunkt, sondern gezielt entlang von Segmenten und faszialen Zuglinien. So kann Spannung im gesamten Segment beeinflusst und dem Nervensystem eine klarere Rückmeldung gegeben werden.
Neuraltherapie
Die Neuraltherapie arbeitet mit der gezielten Anwendung von Lokalanästhetika, klassisch zum Beispiel Procain. Je nach Befund lässt sie sich lokal, segmental oder im Rahmen der sogenannten Störfeldtherapie einsetzen. In der Heidelberger Charta zur Neuraltherapie wird sie als diagnostisch-therapeutischer Einsatz von Lokalanästhetika beschrieben, auch im Zusammenhang mit neurovegetativen Triggern.
Der entstörende Charakter der Neuraltherapie liegt darin, dass irritierende Reizmuster im vegetativen Nervensystem gezielt unterbrochen und neu moduliert werden können. Das kann besonders dann relevant sein, wenn der Körper trotz anderer Behandlungen in wiederkehrenden Spannungs- oder Regulationsmustern verbleibt.
In der Störfeldbetrachtung werden unter anderem Narben, chronisch gereizte Strukturen oder bestimmte Zahn- und Kieferbereiche als mögliche Einflussfaktoren diskutiert, die auch entfernt liegende Körperregionen beeinflussen können. Weiterführende Informationen stellt die Deutsche Gesellschaft für Akupunktur und Neuraltherapie e. V. zur Verfügung.
Dry Needling
Dry Needling ist eine Methode zur Behandlung myofaszialer Triggerpunkte, bei der feine Nadeln direkt in den Muskel eingebracht werden. Ziel ist es, über einen präzisen Reiz lokale Spannungszustände und reflektorische Schutzmuster anzusprechen.
Systematische Übersichtsarbeiten beschreiben Dry Needling als evidenzbasierte Option bei myofaszialem Schmerz, unter anderem im Zusammenhang mit Rückenschmerzen. Dabei werden sowohl lokale als auch neurophysiologische Wirkmechanismen diskutiert.
In der Praxis kann Dry Needling hilfreich sein, wenn Muskelketten dauerhaft „festhalten“, sich Bewegungsfreiheit nicht stabil herstellen lässt oder ein klarer myofaszialer Triggerpunkt im Vordergrund steht.
Bioadaptive Impulstherapie
Die Anwendung mit Sanakey gehört zur sogenannten bioadaptiven Impulstherapie. Dabei misst das System nach jedem Impuls die Reaktion des Körpers. Der folgende Impuls passt sich anschließend an diese Rückmeldung an.
Im Unterschied zu klassischen Reizstromverfahren arbeitet die bioadaptive Impulstherapie nicht mit gleichförmigen Impulsen. Stattdessen entsteht ein dynamischer, feedback-orientierter Reiz, der sich kontinuierlich an die Reaktionslage des Systems anpasst.
Therapeuten nutzen die bioadaptive Impulstherapie, um nervale und segmentale Regulationsprozesse zu unterstützen, Gewebeantworten zu modulieren und Anpassungs- sowie Regenerationsprozesse zu begleiten – stets abhängig davon, wie der Körper reagiert.
Ganzheitliche Einordnung der ergänzenden körpertherapeutischen Verfahren
Die ergänzenden körpertherapeutischen Verfahren sind Werkzeuge, die gezielt eingesetzt werden, um die tragenden Säulen der Körpertherapie – Osteopathie, Neurointegrative Therapie und Chiropraktik – sinnvoll zu ergänzen.
Ziel ist es, dem System jene Reize anzubieten, die es benötigt, um wieder in Balance zu kommen und seine Regulationsfähigkeit zu stärken. Die genannten Verfahren ersetzen keine ärztliche Diagnostik oder Behandlung, können jedoch ergänzend im Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts eingesetzt werden.







