Regulation des Nervensystems auf neurophysiologischer Ebene
Die neurointegrative Therapie (N.I.T.) nach Moshe Kastiel ist ein körper- und nervensystemorientierter Therapieansatz. Sie kann dazu beitragen, Regulationsstörungen des Nervensystems wahrzunehmen und zu begleiten, um Anpassungsfähigkeit, Stabilität und Selbstregulation zu unterstützen.
Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von Gehirn, Nervensystem, Wahrnehmung und Bewegung. Die Therapie arbeitet mit gezielten Reizen, die dem Nervensystem neue, korrigierende Informationen anbieten können. N.I.T. vereint Elemente aus Feldenkrais, Qi Gong. Yoga und Bewusstseinsarbeit.
Was ist Neurointegrative Therapie?
Die neurointegrative Therapie basiert auf Erkenntnissen aus der Neurophysiologie und Neuroplastizitätsforschung. Sie geht davon aus, dass das Nervensystem ein lernfähiges System ist, das sich ein Leben lang anpassen und reorganisieren kann.
Unverarbeitete Stressreaktionen, Entwicklungsunterbrechungen oder dauerhafte Überlastungen können dazu führen, dass das Nervensystem in Schutz- oder Kompensationsmustern verbleibt. Diese können sich körperlich, emotional oder auf der Ebene von Wahrnehmung und Verhalten zeigen.
N.I.T. zielt darauf ab, diese Muster über gezielte sensorische und motorische Impulse mittels bewusster Bewegungen anzusprechen.
Wie kann Neurointegrative Therapie unterstützen?
Durch spezifische Reize über Bewegung, Berührung, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit kann das Nervensystem eingeladen werden, neue Verknüpfungen zu bilden und bestehende Muster zu überprüfen.
Neurointegrative Impulse können darauf abzielen,
- die Anpassungsfähigkeit des Nervensystems zu unterstützen
- Über- oder Unterregulation zu erkennen und zu begleiten
- sensorische Verarbeitung zu verbessern
- Stress- und Schutzmuster zu reduzieren
- Körperwahrnehmung und innere Stabilität zu fördern
Die Arbeit erfolgt in einem Tempo, das sich am jeweiligen System orientiert, und ist darauf ausgelegt, Überforderung zu vermeiden.
Mögliche Anwendungsgebiete
Die neurointegrative Therapie kann begleitend eingesetzt werden, unter anderem bei
- chronischen Stress- und Erschöpfungszuständen
- funktionellen Beschwerden ohne eindeutigen organischen Befund
- muskulären Spannungs- und Schutzmustern
- Erschöpfung, innerer Unruhe oder Reizüberflutung
- Konzentrations- und Wahrnehmungsthemen
- psychosomatischen Belastungen
Sie kann sowohl bei akuten Belastungssituationen als auch bei länger bestehenden Themen Teil eines ganzheitlichen Therapiekonzepts sein.
Mögliche Vorteile der Neurointegrativen Therapie
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- sanfter, nicht-invasiver Ansatz
- Fokus auf Nervensystem und Selbstregulation
- individuell anpassbare Behandlung
- ressourcenorientiertes Vorgehen
- gut kombinierbar mit anderen Therapieformen
Neurointegrative Therapie im ganzheitlichen Kontext
N.I.T. wird nicht isoliert angewendet, sondern kann sinnvoll mit körpertherapeutischen, regulativen, seelischen oder energetischen Verfahren kombiniert werden.
Ziel ist es, den Menschen als Einheit aus Nervensystem, Körper und Wahrnehmung zu betrachten und Prozesse nicht zu forcieren, sondern nachhaltig zu begleiten.
Ergänzende Hinweise
Die neurointegrative Therapie ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, kann jedoch eine wertvolle Ergänzung bei funktionellen und nervensystembezogenen Beschwerden sein. Grundlage ist stets eine sorgfältige Anamnese und individuelle Einschätzung.






